YOGA Philosophie

Im Selbststudium liegt der erste Schritt zur Ver├Ąnderung. Durch Yoga lernen wir Achtsamkeit gegen├╝ber uns selbst, erfahren bewusst was uns gerade gut tut und was nicht. Yoga lehrt uns zudem Geduld und Ausdauer, Gelassenheit und Konzentration. Er schenkt uns Kraft und Energie.

Yoga als Hilfsmittel
Im Yoga sind K├Ârper├╝bungen nicht einfach sportliche Ertüchtigungen, sondern ein Weg zu uns selbst. F├╝r den Yogi basiert das Leben auf polaren Systemen, die es zu harmonisieren gilt. Wenn wir uns in inneren Gleichklang bringen bedeutet dies, dass wir immer wieder die polarisierenden Kr├Ąfte in uns harmonisieren - K├Ârper, Geist und Atem einander ann├Ąhern. Weder der K├Ârper noch der Geist sollen das vorherrschende Prinzip sein. Der Atem ist deshalb so wichtig, weil er als Bindeglied zwischen K├Ârper und Geist gilt. Er dokumentiert jede An- und Entspannung im Geist und damit im K├Ârper.

Der Weg der Mitte
Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien und umfasst eine Reihe geistiger und k├Ârperlicher ├ťbungen. Urspr├╝nglich war Yoga ein spiritueller Weg, um Erkenntnis und Erleuchtung zu erlangen und zu vervollkommnen. In den ersten yogischen Schriften - die Yogasutren des Patanjali (ca. 200-400 v.Chr.) - wird dieser Weg beschrieben. Patanjali empfiehlt Yoga, um ein erweitertes Bewusstsein zu entwickeln. Um das zu erreichen benennt er Pflichten wie Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, M├Ą├čigung und Selbstdisziplin;
aber auch Asana (K├Ârperhaltung), Pranayama (Atemregulierung), Zur├╝ckziehen der Sinne, Konzentration, Versenkung und das Einssein.
In der rund 2.400 Jahre alten Geschichte des Yoga gab es immer wieder asketische und rigide Ausrichtungen. Die Vielfalt an K├Ârper├╝bungen entstand im Laufe der Zeit.
Urspr├╝nglich sollten sie den K├Ârper so kr├Ąftigen und mobilisieren, dass er m├Âglichst beschwerdefrei ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum im Meditationssitz verweilen konnte. Mit Hatha etablierte sich etwa im 15. Jahrhundert der Weg der Mitte. Er lehrt Selbsterfahrung ohne extreme Praktiken. Erst mit dem Hatha-Yoga wurde der K├Ârper nicht als Behinderung, sondern als Mittel zur Selbstentfaltung gesehen.

Das Gleichgewicht der Pole
Der Sanskritbegriff Hatha steht f├╝r das polare System des Lebens, f├╝r Sonne (ha) und
Mond (tha). Sie pr├Ągen den Lebensrhythmus. In diesem Kontext werden auch das M├Ąnnliche und das Weibliche, Aktivit├Ąt und Ruhe, Extraversion und Introversion (nach
au├čen oder innen gewandte Pers├Ânlichkeitsmerkmale), Hitze und K├Ąlte, Tag und Nacht gesehen. Auch Wohl- und Unwohlsein sind solch ein Gegensatzpaar. Im Yoga gilt, dass
wir immer wieder aus dem Zustand des Unwohlseins, der Enge (duhkha) nach dem Gef├╝hl des Wohlf├╝hlseins (sukha) streben. W├Ârtlich ├╝bersetzt bedeutet sukha leichtg├Ąngig, m├╝helos, reibungslos. Der vieldeutige Sanskritbegriff stand bei unserem Wort f├╝r Zucker, dem englischen sugar und dem franz├Âsischen sucre Pate.